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25. Vienna City Marathon

Matthias & Daniel - Finish

Sonntag, 27.04.2008, 25. Vienna City Marathon! Der grosse Tag ist da - der Tag der im Kalender FETT markiert war - der Tag auf den mich das Bild meines Desktops täglich hingewiesen hat. Heute will ich mein erstes Ziel erreichen und den Marathon unter 4h laufen. In den letzten 6 Monaten habe ich mich professionell vorbereitet und dafür meinen gesamten Tagesablauf dem Training angepasst. Ich will dieses Ziel erreichen damit ich gleich danach dem nächsten folgen kann - Triathlon Halbdistanz 2009.

5:30 Morgens. Während die Stadt noch schläft oder sich zur Ruhe begibt werde ich geweckt. Im Gegensatz zu den Tagen davor bin ich erstaunlich ruhig. Nach dem Aufstehen ein Blick nach draussen. Das Wetter ist schön – hoffentlich wird es nicht zu heiß. Das Thermometer steht schon bei 16 Grad. Mehr als 20 Grad sollte es nicht werden.

06:00 Uhr – Marathon Frühstück bestehend aus 2 Semmeln mit Marmelade und dazu Tee. Das Prozedere für die folgenden Stunden bis zum Start habe ich in den Wochen davor geplant und getestet. Insbesondere wann und wie viel Flüssigkeit ich zu mir nehme ohne während des Laufs austreten zu müssen.

07:00 Uhr – Ich nehme einen halben Liter Flüssigkeit zu mir und mache mich fertig. In den letzten Wochen habe ich 2-3l pro Tag getrunken. Zuletzt nahezu ausschließlich Johannisbeersaft. Auch am Renntag bleibe ich bei diesem Getränk da ich beim letzen Test sehr schlechte Erfahrung mit dem Zucker im Isostar gemacht habe. Darüber hinaus standen die letzten beiden Tage im Zeichen des Carbo Loadings – also dem Auffüllen der Kohlehydratvorräte.

07:15 Uhr – Alexander und ich begeben uns zur U-Bahn auf den Weg zu Alex erstem Antreten beim Coca Cola Junior Marathon. Für die 4,1km hat auch er trainiert. Ulli und Daniel sind bereits voraus gegangen. Wir treffen Sie mit Daniels Schulklasse bei der U3 Ottakring und fahren ein Stück gemeinsam. Mit Stolz und Freude registriere ich die Blicke und Wortmeldungen anderer hinsichtlich meines Marathon Starts.

08:30 Uhr – Start des Cola Junior Marathons auf der Lassallestrasse, kurz vor der Reichsbrücke. Für Alexander heißt es nun „alles Gute auf den nächsten 4,1km“. Für mich ist es Zeit zum Aufwärmen – und dazu laufe ich gleich direkt an den Start den ich gegen 08:45 erreiche.

08:45 Uhr – ich erleichtere mich ein letztes Mal und suche meinen Zeitblock, finde ihn aber nicht und nehme den 3. Block von vorne. Hier denke ich werden Läufer mit einer Zielzeit zwischen 3:30 und 4:00h sein. Neben mir wird Wasser verteilt. Da werde ich mir wenige Minuten vor dem Startschuss noch einen Schluck gönnen.

08:59 Uhr – der Countdown läuft. Meine Pulsuhr habe ich in einer Seitenstrasse gestartet. Der Puls ist OK. Jetzt volle Konzentration auf den Start. Die Reichsbrücke nicht gleich zu schnell angehen – auf der anderen Seite geht es runter und da kann ich mich in mein Tempo laufen.

09:00 Uhr – Start zum 25. Vienna City Marathon. Es dauert 7 Minuten bis ich über die Startlinie gehe und dann geht es los (Steckenplan&Profil).

KM 1-5: Nach dem Start geht es die Praterstrasse zum Praterstern. Ich habe bewusst die linke Spur gewählt weil man sich da die Runde um den Stern erspart. Psychologisch wichtig weil der Weg kürzer erscheint. Die Sonne scheint schon jetzt mehr als gewünscht und so suche ich mir rasch die schattige Seite aus. Ich bin bereits gut im Tempo und spule die KM bei 5:35 – 5:40 ab. Der Start ist gut gelungen und ich werde kaum überlaufen.

KM 6-10: Es geht aus dem Prater über die Schüttelstrasse - wo ich Karin, meine Trainerin,  erstmals sehe - auf den Ring. Wenn ich hier abermals vorbeikomme bin ich schon ein schönes Stück weiter – denke ich. Während ich den Ring bergauf laufe kontrolliere ich Tempo und Puls. Beides passt und kurz vor der Urania sagt mein 7. Sinn dass ich es wirklich schaffen könnte. Bei KM 10 dann die zweite Labestation bei der ich mein erstes Gel nehme. Habe 5 Stück einstecken – jeweils per 10km und ein letztes für den Endspurt.

KM 11-15: Wir laufen bereits im Wiental. Ich freue mich über die lachenden Gesichter und die Tatsache dass ich bereits 1,5 Minuten Zeitpolster habe. Dass ich den noch brauchen werde wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Dann KM 15 – Staffelübergabe beim Schloss Schönbrunn. Hier kam für mich fast das Aus. Auf dem sehr engen Teilstück bei dem die Läufer, die die Staffel übergeben, keinen Weg von der Laufstrecke fanden als einfach zu queren, rannte auch ohne jede Warnung eine Zuseherin über die Strecke. Und vor allem ohne zu schauen. Mit einem Satz bin ich über ihren Fuß gesprungen. Andernfalls wäre sie mir auf den Fuß gestiegen und wahrscheinlich hätte ich mich verletzt. Die Worte die ich in diesem Moment fand sind nicht jugendfrei und werden daher auch nicht näher erwähnt.

KM 16-21: Nach dem Schock der mich zum Glück im Lauf nicht wirklich beinträchtigt hat, geht am Technische Museum vorbei zur Mariahilferstrasse. Erste „Regeneration“ weil die Strecke gegen Ende bergab führt. Kurz vor dem Einbiegen auf den Ring die Labestation bei der ich mein zweites Gel nehme. Und dann bin ich schon bei der HM Marke und sehe Ulli, Alex, Daniel, Rotraud und Nathalie die abklatschen und mich anfeuern. Bei der Menge ist das gar nicht so leicht. Das hat mich beflügelt. Und die Zeit ist fantastisch. Dass weiss auch Ulli denn sie bekommt alle 5km ein SMS mit Zwischen- und voraussichtlicher Zielzeit.

KM 22-30: Es geht durch den 9. Bezirk bergab, vorbei am Franz Josef Bahnhof Richtung Wallensteinstrasse, über die alte Donau und dann die Schüttelstrasse Richtung Zentrum und Prater. Dieses Stück ist – neben dem Prater – das Stück dass einen vor allem psychisch aber auch physisch fordert weil es immer wieder über Überführungen geht. Zudem gibt es wenig Schatten und die Temperatur hat bereits 23 Grad erreicht. Um mich zu kühlen tauche ich meine Kappe ins Wasser und setze sie nass auf. Auffällig sind für mich die ersten Läufer die schon bei KM 25 Probleme haben. Mir geht es zu diesem Zeitpunkt noch gut. Bei KM 30 gibt es das nächste Gel. Karin habe ich nicht gesehen.

KM 31-36: Jetzt bin ich mitten im Prater. Von KM 30-31 zieht sich die Schleife beim Stadion, dann biege ich Richtung Lusthaus. Psychologisch habe ich mir schon auf den Metern davor meine guten Läufe vorgesagt und mir eingeimpft dass es im Prater immer gut und locker gelaufen ist. Auf dem Weg zum Lusthaus wird der Schritt schwerer und das halten des Tempos geht nicht mehr automatisch. Ich muss schon etwas tun andernfalls würde ich langsamer werden. Das Überholen tut jetzt besonders gut. Ab KM 34 spühre ich dann ein erstes Ziehen in der rechten Wade und ahne was da kommt.

KM 37-42: Ich verlasse den Prater und biege abermals in die Schüttelstrasse ein. Gerechnete Zielzeit 3:54 – also viel Polster. Das Ziehen in der Wade wird stärker und ich weiss dass sich da ein Krampf anbahnt. Noch kann ich aber laufen. Wenn ich mein Tempo auf 06:00 min/km reduziere dann geht sich das noch unter 4h aus. Und jetzt nutze ich den Polster den ich mir aufgebaut habe. Zu der Zeit laufe ich auch an Karin vorbei die später zu ihrem Mann gemeint hat „der hat noch total frisch ausgesehen, denke da ist noch was drinnen“. Im Geiste war ich auch so frisch, nur in der Wade nicht. Wieder mal. Aber jetzt will ich nichts mehr riskieren. So nahe ist das Ziel. Durchhalten. Den Ring hinauf ist es sehr schwer nicht ungeduldig zu werden. Ich rechne laufend aber es passt.

KM 42: Ich laufe bereits durch das Spalier kurz vor der Hofburg. Da sehe ich Ulli und meine Freunde. Auf einmal springt Daniel über die Absperrung und gemeinsam laufen wir, Hand in Hand ins Ziel, über den grünen Teppich und mit einem letzten Blick weiss ich – es geht sich aus.

KM 42,195: mit einem lauten Schrei, gefolgt von Freudestränen und einem Schütteln laufe ich ins Ziel. 03:59:43 – ich habe mein Ziel erreicht. Vor allem weil ich am Ende mit Hirn gelaufen bin. Schade um die bessere Zeit aber ich bin nicht weit von 03:45h entfernt. Und kurz nachdem ich meine Zielverpflegung geholt habe holt er mich dann noch ein, mein Krampf!

Aber das ist egal. Schon sind Ulli und Alex und meine Freunde da und umarmen und küssen mich. Ich bin überglücklich, zeige allen meine Medaille mit den Swarovski Steinen und vor allem die Endzeit. Muss natürlich sofort Karin anrufen. Da sind auch schon einige Gratulations SMS auf dem Handy. Was für ein Tag. Ein Jahr und 3 Tage habe ich jetzt Zeit mich auf die nächste Herausforderung vorzubereiten – den Vienna Man 2009, Triathlon Halbdistanz. Aber zunächst genehmige ich mir mein Käsekrainer! Dass habe ich mir verdient.

 

3. Sonnwendlauf, 19.06.2008

Zum Dritten Mal ging der Sonnwendlauf in Szene. Das Starterfeld war gut besetzt und das bei Lauftemperaturen um die 26 Grad (also eigentlich schon heiss) und des zeitgleich statt findenden Halbfinales Deutschland : Portugal.

Veranstaltet von run4business (Michael Buchleithner) hat sich dieser Event schon nach kurzer Zeit einen Namen gemacht. Für mich war es der erste Lauf nach dem Wien Marathon und galt einer Basisüberprüfung der derzeitigen Form. Als Ziel habe ich mir eine Zeit um die 48 min., optimal 45 min., gesteckt. Auf Grund der Temperaturen aber auch der kleinen organisatorischen Mängel war eine Zeit unter 48min. eher illusorisch und blieb es auch. Mein Vorteil - ich teile meine Rennen meist gut ein und bin vor allem gut hydriert am Start gewesen.

Start des 10km Rennens war in Stein. Richtung Krems ging es auf der Bundesstrasse. Die Strecke ist meist Ebend, teilweise leicht fallend. Nur das Tunnelstück hat mir weniger behagt (stickig, heiss). Mein Plan war vom Start weg 4:50 min/km zu laufen und dann ab KM 5 je nach Befinden zu steigern oder das Tempo zu behalten. Bin knapp unter 5 min/km gelaufen. Bei KM 5 ging es mir körperlich gut und ich habe das Tempo auf 4:50 erhöht. 2 KM vor dem Ziel haben sich von hinten ein Läufer und eine Läuferin angeschlichen. Sie haben mich begleitet und immer versucht weg zu kommen. Gelang aber nicht :-)! Bei KM 8,8 habe ich dann Gas gegeben und letztlich mit 48:35 gefinished.

Ziel somit erreicht, Rennen sehr gut eingeteilt. Somit sehe ich dem HM Mitte September sehr positiv entgegen. Ich weiss jetzt die wichtigen Stellen für den zweiten Streckenabschnitt ab KM 10 und bin, entsprechende Temperaturen vorausgesetzt, sehr zuversichtlich unter 1:44 zu bleiben, wenn alles perfekt läuft vielleicht sogar knapp an die 1:40 zu kommen.

www.sonnwendlauf.at
www.wachaumarathon.com

 

 

17. Triathlon der Naturfreunde Pöttsching

Um exakt 18:32 war es soweit - ich habe meinen ersten Triathlon gefinished. Ein tolles Erlebnis auch wenn das Wetter nicht ganz so 100% mitgespielt hat. In jedem Fall habe ich meine Erfahrungen gemacht und die von mir erwartete Zeit erreicht. Zufrieden bin ich aber trotzdem nicht ganz. Aber lest selbst.


Der Tag begann verregnet. War auch so im Wetterbericht vorgesehen. Daniel und Alex mussten rechtzeitig zur Abfahrt zum Sommerlager. Wir hatten also einiges zu tun. Ich selbst habe schon am Vorabend alles für den Triathlon vorbereitet. Da galt es das Rad technisch zu prüfen und mit Pumpe, Reserveschlauch etc. zu versorgen. Weiters mussten auf Grund der zwei Wechselzonen auch das Bekleidungsmanagement stimmen. Vor allem wollte ich für jede Witterung gewappnet sein. Sicherheitshalber habe ich den Neo mitgenommen auch wenn vorab schon klar war dass der beim Schwimmen zu 99% nicht erlaubt wird. Auf Grund der Witterung habe ich aber noch ein wenig gehofft.

Um kurz vor 13h, nachdem die Kinder im Bus waren, haben sich Ulli und ich auf den Weg gemacht. Ulli war an diesem Tag für meine Betreuung zuständig und das war für mich eine grosse Erleichterung. In Pöttsching angekommen ging es zunächst zur Registrierung und Startnummernausgabe. Jeder Atleth erhielt überdies ein Armband mit seiner Startnummer, als Kennung für die Kontrollen der Wechselzone.

Danach richtete ich mich in der Wechselzone II (wechsel von Rad auf Laufen) ein. Neben den Laufschuhen einer Kappe und einem Gel, habe ich dort meine Sporttasche mit Duschzeug und Gewand zum umziehen untergebracht. Alles wurde so hergerichtet dass die Zeit in der Zone kurz bleibt und ich selbst nichts vergesse. In und aus der Wechselzone habe ich die vorgegebenen Wege während des Wettkampfs genommen um mir diese einzuprägen.

Von der Wechselzone II ging es zur Wechelzone I - direkt beim Start, am Ufer des Pötschinger Sees - zum Fahrrad Check In. Beim Eingang zur Wechselzone I erfolgte hierzu eine technische Prüfung des Rads sowie des Helms. Danach habe ich das Rad an seinen Platz gehängt und mir auch hier die Wege in und aus der Zone eingeprägt. Auf Grund der Grösse war das nicht schwierig. zudem habe ich mich nochmals wegen des Neo's vergewissert. Das Verbot hat sich bestätigt. Für mich kein wirklicher Tiefschlag aber doch ein Nachteil wegen des Auftriebs der mir sicher geholfen hätte.

Die Zeit bis zum Start und der Wettkampfbesprechung verbrachten Ulli und ich in einem Cafe. Ich war erstaunlich ruhig und locker. Gar nicht nervös. Bisher hatte auch alles perfekt geklappt. Einzig die TOP Athleten die nahezu zeitgleich mit mir gekommen sind haben mir zu Beginn zu denken gegeben. Habe nicht so viele tolle Sportler erwartet. Andererseits - dass spornt an und in der Wechselzone I haben alle wegen des Schwimmens gemeckert. Also gibt es scheinbar genügend Athleten denen es wie mir geht. Insofern - auf in den Kampf.

Um 15:35 bin ich dann als einer der wenigen in den See gestiegen um mich einzuschwimmen. Etwas zu kurz vielleicht wie sich herausstellen sollte. Oder aber auch nicht. Zum Glück hatte ich mein Lycra Shirt vom Segeln dabei. Nach dem einschwimmen habe ich mich entschieden damit ins Wasser zu gehen, wenn es auch einen gewissen Zeitverlust in der WZ bedeutete. Die Wettkampfbesprechung mit letzten Infos und einem Fairnessappell (der hat gehalten weil keine einzige Zeitstrafe ausgesprochen wurde!!) ging es dann für alle ins Wasser.

16:00 - Start zum 17. Triathlon in Pötsching, und für mich zu meinem ersten Wettkampf im Wasser. Und das Wort "Kampf" war diesmal wörtlich zu nehmen. Obwohl ich die gesamte Strecke vor gut 4 Wochen bereits durchgekrault bin hatte ich diesmal Probleme. Probleme die mich weniger überraschten aber ich habe doch auf den Wettkampffaktor gehofft. Mir war aber klar dass ich im Kraulstil ev. kaum zur ersten Boje komme und mich daher für Brust entschieden. Nach der Wende bin ging es mir wesentlich besser (länger einschwimmen wäre ev. doch gut gewesen) und  ich bin die zweite Hälfte gekrault. Ein Minierfolg. Auf den beiden Bildern im Wasser (2+3) sind man mich im Hintergrund.

Nach 21:47 min. kam ich aus dem Wasser. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich etwas 6 min. Rückstand auf die Hauptgruppe. In der Wechselzone selbst hat alles wie am Schnürchen geklappt. So schnell war ich noch nie aus dem Lycra draussen.

Mit dem Wissen dass Rad und Laufen mir liegen bin ich freudig auf die nächste Strecke gegangen. Zunächst war ich alleine, bin aber schon nach 5 km auf die ersten Fahrer gestossen. Zu meiner Überraschung oder Freude teilweise Teamfahrer die das Schwimmen ausgelassen haben und sich auch für den Laufbewerb nicht zu schonen hatten. Der Wind hatte es allerdings in sich. Eigentlich ein super Segelwind mit Spitzen bis 4 BF. Weniger lustig aber am Rad. Trotzdem war ich hier gut unterwegs. Die zweite Runde war schneller als die erste mit einer geringeren HF. Und trotzdem habe ich vor allem am Rad die meiste Zeit liegen gelassen. Andererseits habe ich mich bewusst für das Laufen geschont. Dort sollte die Zeit geholt werden.

Nach 1:17:51 am Rad ging es dann in die Wechselzone II und von dort, ebenso problemlos, weiter auf die Laufstrecke. 

Auf meines Tests vor 4 Wochen wusste ich dass gleich zu Beginn eine Steigung wartete. Bin also daher nicht Vollgas gestartet um vor allem den Wechsel Rad/Laufen zu vollziehen. Scheinbar habe ich meine Oberschenkel doch mehr beansprucht als ursprünglich vermutet. Denn gleich beim ersten Anstieg habe ich ein starkes ziehen der inneren Oberschenkelmuskulatur verspührt. In der Ebene und bergab war es besser allerdings mussten wir über einen Feldweg und der war teils sumpfig und damit alles andere als optimal. Mit 5:15 im Schnitt bin ich dann zwar deutlich unter dem Plan von 5:00/4:55 geblieben, aber die HF von 148 hat mir doch Auftrieb gegeben. Bin also am Ende noch aerob gelaufen und habe meinen ersten Tri mit 2:32 gefinished.

Zufrieden bin ich mit der Entwicklung am Rad und der aeroben Leistung beim Laufen. Verärgt bin ich ob der Schwimmleistung und neben dieser sehe ich vor allem im Kraftausdauerbereich einen grossen Bedarf hinsichtlich der 90km mit anschliessendem HM im Mai 2009. Perfekt sind dafür die Wechsel gelaufen. Punkto Bekleidung gilt es noch zu optimieren aber auch das war mir vorab schon klar. Schade dass ich heuer keinen Tri mehr bestreite. Eine kleine Revange wäre mir schon recht :-).

Danken möchte ich hier abschliessend vor allem meiner Ulli. Sie hat mich wie eine Besessene angefeuert, wurde sogar ob ihrer Tugend als meine "Freundin mit den letzten Tips" genannt und hat mir viel Motivation nach dem Schwimmen gegeben.

Danke auch allen die mir die Daumen gedrückt und mir ob des Schwimmens zugesprochen haben. Ganz besonders meiner Trainierin, Karin, die wieder mal die richtigen Worte gefunden hat: "Super, dann gibt es ja noch was zum besser werden. Sonst wäre es ja fad :-)!" Danke Karin, du hast mein Ego wieder genau richtig gepushed.

Liebe Tobi, auf dich wartet noch viel Arbeit. Martin und Johannes bleiben weiter meine Messlatten. Nicht böse sein Andrea - aber du schwimmst wie auf einem anderen Stern. Für mich unerreichbar. Aber da bleibt noch Platz für das Match mit dir am Rad und vor allem beim Laufen.

Detailergebnisse (Pentek Timing)

Detailstatstik (Pentek Timing)

Mangels Fotoalbum (kommt noch) noch ganz kurz die Titel zu den u.a. Bildern:

1) Vorbereitung vor dem Start

2) Nach dem Einschwimmen

3) Wettkampfbesprechung

4) Letzte Orientierung ausserhalb des Wassers

5) Start des 17. Triathlon in Pöttsching

6) Matthias auf den ersten Kraullängen (Bilde hinten mit grauem Leibchen, ohne Kappe)

7) Aus dem Wasser in die Wechselzone I

8) Umziehen für das Radstrecke

9) Aus der Wechselzone I

10) Auf den letzten Metern zum Ziel

11) Geschafft - Finisher und frisch gebackener Triathlet

Zur Bildergalerie

 

 

Wachau Marathon, 14.9.08 - mit neuer Bestleistung

1:41:56 - und damit persönliche Bestleistung und das Ziel von 1:42 unterboten. Aber es war hart erarbeitet denn trotz der super Bedingungen (9 Grad, kein Regen, wenig Wind, ebene Strecke) habe ich mir schwerer getan als erwartet. Erfreulich die Leistung meiner Frau die ohne Vorbereitung mit 2:11:12 eine für sie sehr gute Leistung geboten hat.

Der Tag begann bereits um 6h Früh mit einem leichten Frühstück (Semmel mit Marmelade - ohne Butter, Tee). Bereits am Vortag hatten wir unser Gewand hergerichtet. In der Früh hatte es gerade 6 Grad und so galt es uns warm anzuziehen und erst kurz vor dem Start die Hüllen fallen zu lassen.

Um 7h haben wir uns mit unseren Freunden, Riki und Sigi um gemeinsam nach Krems weiter zu fahren. Dank Sigis Ortskenntniss haben wir einen Parkplatz direkt neben dem Zielgelände und unmittelbar beim Bahnhof gefunden.

Nach einem kurzen Date bei dem sich die Drei ihre Startnummern geholt haben, sind wir zum Bahnhof gegangen und haben gleich den ersten Zug bekommen der uns zum Start geführt hat. Der Wagon war zum bersten voll aber wie immer gab es beste Stimmung. Es wurde gescherzt und gelacht. Bis - ja bis zum Moment des Aussteigens. Die niedrigen Temperaturen ließen die Fröhlichkeit - kurzfristig - einfrieren.

Wir hatten allerdings noch 1:30h bis zum Start. Im Freien würden wir auskühlen und uns möglicherweise erkälten. Also haben wir uns eine kleine "Bar" direkt neben den Kleider LKW's gesucht, nur 1km vom Start entfernt. Dort sind wir dann bis 30 min. vor dem Startschuss geblieben, haben uns aufgewärmt und für den Start vorbereitet. Zum Glück hatten wir noch Plastikponchos zum überziehen. Die haben uns im Freien etwas gewärmt und konnten beim Start  liegen gelassen werden.

Zum Start sind wir locker eingelaufen. Das heisst - Sigi und ich. Ulli und Riki sind gemütlich gegangen. Mir war die Strecke zu kurz und so bin ich nochmals retour gelaufen, habe 2-3 Sprints gemacht. Dann war es aber auch schon Zeit mich ein zureihen. Habe mich zum Block sub 1:45 gestellt. Das war auch genau richtig. Mit 10 min. Verspätung erfolgte dann der Startschuss.

Zunächst schien sich gar nichts zu bewegen. Es hat lange gedauert bis wir ins Laufen gekommen sind und so blieb ich auf den ersten beiden Kilometer auch unter der angstrebten KM-Zeit. Ob es daran lag oder am aufwärmen, an der leichten Gartenarbeit am Vortag oder an der Tagesverfassung, so richtig locker in Schwung bin ich nie gekommen. Das heisst einfach locker wie zuletzt die 4:50 zu laufen lief nicht. Ich musste was tun und es hat einige Kilometer gedauert bis ich ein gleichmässiges Tempo laufen konnte.

Bei KM 3 ist dann auf einmal Andrea neben mir gelaufen. Die "verrückte" Henne :-)! (Scherz) hat erst gestern die Sprint Distanz in Wien (Vienna City Triathlon), in ihrer Altersklasse, gewonnen, ist vor der Siegerehrung noch schnell nach Krems nachmelden gefahren um heute ihre bisherige Bestleistung gleich zu torpedieren! Ich bin eigentlich einer der im Rennen gerne allein läuft, aber mit Ihr ist es super gegangen. Tempo und Schritt haben gepasst und jeder hat grundsätzlich auf sich geschaut.

Bis KM 10,5 ist sie mitglaufen. Dann kam der Tunnel den die meisten haßen und dort bin ich davon gezogen. Allerdings muss man bedenken dass ihre Füsse, im Gegensatz zu meinen, am Vortag einiges geleistet haben. Kurz vor dem Tunnel habe ich zudem noch das erste Gel genommen und das hat gerade hier zu wirken begonnen.

Allein bin ich dann weiter glaufen. Das Tempo halten ging jetzt besser. Vor allem habe ich bei den Labestationen keine Zeit liegen gelassen. Als dann Krems erstmals zu sehe war gab es zusätzlich einen kleinen Adrenalinschub. Ich habe bereits einige vor mir überholt und dann kurz vor dem Ortsbeginn das Tempo leicht erhöht. Nun war das Ziel schon nahe. Ich war mir lange Zeit nicht sicher ob sich die Bestleistung ausgehen wird. Aber ab hier wurde es realistisch.

Nur die Fussgängerzone lag noch vor mir. Eine 2km Schleife die über Kopfteinpflaster führt. So schlimm wie geschildert war diese nicht, aber sie hat doch noch gezehrt. Bei KM 20 ging es dann aber leicht bergab und nochmals auf die Strasse Richtung Stadtpark. Hier habe ich mir die entscheidenden Sekunden geholt um unter 1:42 zu bleiben. Beim Stadtpark dann noch die letzte Kurve, 100m bergab und dann war ich schon im Stadion. Hier galt es noch eine letzt 3/4 Runde zu laufen. Kurz vor dem einbiegen zum Zielbogen ein Blick auf die Uhr - sub 1:42 geht sich aus. Noch ein letzter Sprint und geschafft.

Auf den letzten 1,089 km habe ich vor allem von den Tempoläuften profitiert an deren Ende es auch meist hart war. Aber genau hier durchzuhalten, nochmals aufs Tempo zu drücken, war entscheidend für den Erfolg. Und so bin ich überglücklich dieses letzte Ziel der heurigen Saison erreicht zu haben.

Es war für mich meine erste Saison in der ich mich wirklich professionell und zielorientiert vorbereitet habe. Am 27.9.07, also vor knapp einem Jahr, bin ich den Marathon in Berlin mit 4:57 gelaufen. 10km in einer Stunde habe ich damals gerade mal geschafft. Heute bin ich durschnittlich 12,42km/h gelaufen. Das entspricht einer Steigerung von nahezu 3km/h um oberen Tempobereich. Allerdings nicht auf 10km sondern auf 21km Distanz. Seit dem Eisbärencup im Jänner 2008 habe ich mich von Lauf zu Lauf verbessert. Und zwar in der Grundlagenausdauer, im Tempobereich und somit ganz allgemein was die Ausdauer/Kraftausdauerleistungsfähigkeit betrifft.

Und erfreulich auch dass ich mich in allen Ergebnisslisten immer mehr nach vorne gearbeitet habe. Während ich im März noch am Ende der ersten Hälfte war (Gesamt und Klasse) bin ich heute im ersten Drittel zu finden: Pentek Timing - Ergebniss im Detail

Jetzt sind aber 3 Wochen Pause angesagt. 3 Wochen in denen sich der Körper erholen darf. 3 Wochen ohne Laufen. Wie hat es Karin so direkt gesagt "aus der Form kommen" - das ist jetzt das Ziel um mich dann mit voller Kraft auf die Saison 2009 - mit der Triathlon Halbdistanz als Leistungshöhepunkt - vorzubereiten.

Zweiter Lauf zum Eisbärencup 2009

Der zweite Lauf am vergangenen Sonntag hat mich nun wirklich mehr als überrascht. Ich bin zwar am 18. Jänner nicht voll gelaufen, um die Zeit zu unterbieten würde aber ein sehr guter Tag Voraussetzung sein. Dass ich trotz schlechter Voraussetzung dann doch einen drauf setzen und meine PB abermals unterbieten konnte ist für mich unglaublich. Das Training am Tag danach weckt zusätzlich große Erwartungen für den finalen, 3. Lauf am 15. März.

 

Auch wenn ich die Läufe aus dem Training heraus bestreite, versuche ich trotzdem 1-2 Tage davor meinem Körper nicht zu viel zuzumuten um für den Wettkampf fit zu sein. Im Gegensatz zum ersten Lauf im Jänner ist dies diesmal nicht geglückt.

 

Am vergangenen Freitag habe ich mit unserer Theatergruppe "Aladdin in Neuottakring" nochmals Revue passieren lassen und bin erst am Samstag um 1h in der Früh nach Hause gekommen. Am gleichen Abend waren wir dann zu einem 50er eingeladen der ebenfalls bis kurz vor Mitternacht dauerte. Abgesehen vom, wenn ich reduzierten, Alkoholkonsum hatte ich wenig Schlaf und war am Sonntag entsprechend müde. Trotzdem habe ich mich entschieden die Wettkampfschuhe erstmals anzuziehen. Auch wenn ich mir sicher war das das eh nichts bringt.

 

Und auf den ersten beiden Kilometern hat sich dieses Gefühl noch bestätigt. Auf Grund der Zeiten bin ich davon ausgegangen dass ich maximal 32 min. laufen werde. Die geplanten bzw. erhofften 31:30 min. habe ich schon in den Wind geschrieben. Das Wetter - Wind, Schneefall - haben auch mehr gegen als für mich gearbeitet. Und zu allem Übel habe ich auch noch vergessen meinen Chip für die Zeitmessung am Fussgelenk fest zu machen. Ich bin es also locker angegangen.

 

Und wie so oft habe ich mich dann selbst überrascht. Denn mit KM 3 ist es auf einmal gegangen. Bin hinter einer guten Gruppe mit Zeiten um die 4:30 am KM gelaufen. Und als ich dann bei KM 6 auf die Uhr gesehen und gerechnet habe, war klar dass ich die 31:30 in jedem Fall auch mit 4:50 schaffe.Also war die Frage um wieviel ich unter dem Limit bleibe. Da ich aber ziemlich am Limit unterwegs war habe ich mir den Antritt bis 150 m vor dem Ziel aufgehoben und mit 31:16 min. die Linie überlaufen.

 

Ich war fassungslos, platt, völlig von den Socken. Konnte es nicht fassen welche Wendung der Lauf genommen hat und habe mich gefragt was ich, mit ausreichend Schlaf, erreichen hätte können. Nun, diese Frage habe ich mir für den nächsten Lauf auf.

10. Wien Energie Halbmarathon

Mit einer neuen persönliche Bestleistung - 1:37:15 - endete der heutige 10. Wien Energie Halbmarathon für mich. Da bedeutet eine Verbesserung um fast 5 Minuten im Vergleich zum Herbst 2009. Und trotzdem zwickt die Tatsache dass sich der Wind, wie schon befürchtet, als Spielverderber eingestellt und das Ziel von 1:35h, verhindert hat.

 

Wie ich schon im Vorbericht geschrieben habe, wird eine Zeit von 1:35:00 nur unter besten Voraussetzungen möglich sein. Läuferisch habe ich im Training, Dank meine Trainerin Karin Haussecker, die Basis dafür geschaffen und mich auch in den letzten Tagen entsprechend vorbereitet. War also noch offen ob das Wetter und da insbesondere der Wind mitspielt. Und genau das war leider nicht der Fall.

 

Mit Windgeschwindigkeiten um 25-30km/h und Böen darüber war mir bereits beim Aufwärmen klar dass es schwer werden wird. Ich müsste schon eine Gruppe finden hinter der ich laufen kann und die mir den Wind abhält. Diese Gruppe hat sich leider nie gefunden.

 

Am Start habe ich mich sehr weit vorne positioniert. Trotz der vielen Hinweise des Veranstalters mit Zeitangabe und ungefährer Position vor dem Start, haben sich viele nicht daran gehalten. Das hat dazu geführt dass ich vom Start nicht gleich in meinem Wunschtempo weg gekommen bin weil viel zu viele langsame Läufer alles blockiert haben. In einer Pentek Timing Analyse sieht man dass ich vom Start bis zum Ende von Runde 1, 234 Läufer überholt habe. Und dass obwohl ich nur 80m hinter der Startlinie stand.

 

Es hat fast bis zu KM 1 gedauert bis mehr Platz war und ich mein Tempo gleichmäßig anlaufen konnte. Ab da ist es dann gut gelaufen. Auf der ersten Runde war, durch die vielen Läufer, der Wind nur teilweise ein Problem. Aber sobald man aussen vorbei laufen mußte hatte man das volle Gebläse gegen einen. Und das bis zur ersten Labstelle und eigentlich noch gut 500m danach. Dann ging es, teilweise mit dem Wind im Rücken, retour Richtung Start/Ziel Bereich.

 

Die erste Runde konnte ich in der geplanten Zeit laufen. Auf grund des Windes aber nicht schneller. In Runde 2, gleich nach dem erneuten Abbiegen von der Wagramer Straße, kam dann der erste wirkliche Rückschlag. Starke Böen machten es unmöglich das Tempo zu halten. Und die Zeit die ich hier verloren habe konnte ich auf der Gegengerade nicht mehr aufholen. Zu viel Kraft hat der Wind gekostet. Am Ende von Runde 2 dann die absolute Motivation - Ulli, Alex, Dani sowie unsere Freundin Karin mit Jan, meinem Patenkind, haben mich angefeuert. Und so ging ich in Runde 3.

 

Die war dann, was den Wind betraf, noch schlimmer. Volle 3km, teils stark böiger, Gegenwind. Auf einem KM habe ich sogar 18 sec. verloren! Auf den letzten 3 KM habe ich nochmals alles versucht, Tempo gemacht (soweit dass noch ging). Kurz vor der Wagramerstrasse, auf der Höhe der Segelschule Hofbauer, ist unsere Freundin gestanden und 300 m mit mir gelaufen. Das Tempo war ihr aber zu hoch und nach dieser kurzen Strecke war sie, obwohl Läuferin, K.O. Sie hat mich aber ein Stück mitgezogen und das war gut. Jetzt lag nur noch der letzte Anstieg und die zu diesem Zeitpunkt, elendlange Gerade bis zum Ziel vor mir. Nochmals Ulli und die Kids, nochmals die letzten Kräfte für einen Sprint mobilisieren und mit 1:37:15 durchs Ziel gehen.

 

Ich war fix und foxy. Habe mich wirklich total, bis zum Limit, verausgabt. Zu Hause habe ich dann aber sofort die Daten von meiner Polar 625x auf den PC geladen und das Ergebnis analysiert. Die KM Bereiche mit Gegenwind haben deutliche Geschwinigkeitsverluste verursacht. In Summe haben Sie 1:28 min. gekostet und damit eine Zeit um 1:35:00. Und rechnet man den Kraftverlust weg dann muß ich gar nicht nachdenken dass es sich ev. knap darunter ausgegangen wäre.

 

Aber, Laufen ist eben ein Freiluftsport und das hast mal Glück mal Pech. Ich bin aber - ausgenommen heute und in der Wachau - immer mit Glück beschenkt worden. Allein die Eisbärenläufe 2009 mit den fantastischen Steigerungen. Und so kann ich mich über die neue PB ehrlich freuen und hoffe dass das Wetter in der Trainingswoche mitspielt. Da sollte ich jeden Tag auf dem Straßenrad sitzen und daher sollte es nicht unter 10 Grad haben.

Duathlon Ternitz

Wechselzone

Zum Auftakt der Triathlonsaison 2009 wollte ich ein wettkampmäßiges Training absolvieren und habe mir dazu einen Duathlon ausgesucht. Dabei ging es mir insbesondere darum die Abläufe in der Wechselzone aber auch alle Vorgänge Rund um und während eines Wettkampfs - wie etwa Check In, Aufwärmen, Wechselzone, Ernährung im Wettkampf etc. - durchzuspielen und etwaige Erkenntnisse am kommenden Samstag, beim ersten Triathlon in Obergrafendorf, umzusetzten.

Die Auswahl dieses Bewerbs ist aus terminlichen wie örtlichen Gründen erfolgt. Zudem konnte ich einen Wettkampf mit Rad aber ohne Schwimmen durchführen und mich auf die Umstellung Rad/Laufen konzentrieren. Dazu kam eine, nicht wirklich erwünschte, zeitliche Komponente. Denn von der Abfahrt zu Hause bis zum Start vergingen fast 5 Stunden. Und den überwiegenden Teil davon verbrachte ich vor Ort. Und da lange Stehzeiten im vergangenen Jahr in der Wachau zweimal zu einem schlechter als erwarteten Ergebnis geführt haben wollte ich diesmal testen wie gut ich das mittlweile in Griff habe.

 

Tagwache war an diesem Tag war also um 6h Früh. Ich hatte bereits alles am Vortag vorbereitet. Das Rad stand bereits, fertig umgebaut, im Auto. Nur noch die Getränkeflaschen mussten gefüllt werden. Und so bin ich kurz danach aufgebrochen, zwei Marmeladesemmerl und Johannisbeersaft zum Frühstück mit dabei.

 

In Ternitz selbst habe ich direkt am Start einen Parkplatz beim Billa bekommen. Sehr angenehm weil ich alles in Sichtweit hatte und vor allem im Auto bleiben konnte ohne wichtige Informationen zu versäumen. Und da es bereits am Vormittag sehr warm war und der gesamte Startbereich in der Sonne lag war ein kühler Platz im Auto sehr angenehm.

 

Nach dem Abholen der Starunterlagen habe ich alles für den Radwechsel vorbereitet und in der Rad in der WZ eingecheckt. Die technische Überprüfung habe ich dabei nicht gleich bestanden. Meine Zeitfahraufsätze haben nicht ganz dem Reglement entsprochen. Zu großer Abstand (3cm wenn nicht durch einen Bogen verbunden) und um wenige Millimeter zu lange. Da ich nicht mehr verkürzen konnte waren auch alle anderen Mittel wie eine Brücke mittels Klebeband nicht mehr sinnvoll. Daher habe ich die Ausätze abgenommen. Damit bin ich dann auch erfolgreich durch die Prüfung gekommen.

 

Danach habe ich mir die Wechselzone, insbesondere die Wege in und aus der Zone angesehen und eingeprägt. Auf Grund des kleinen Starterfelds war da alls sehr übersichtlich. Gegen 8:45 fand dann die Wettkampfbesprechung für die Damen statt. Alle Informationen waren natürlich auf 1:1 auf das Rennen der Herren anzuwenden da die Strecken ident waren. Dabei gab es aber keine besonderen Überraschungen. Lediglich die Tatsache dass einige Teilnehmer mit "nicht regelkonformen" Laufrädern am Start waren, dies aber auf Grund der kurzfristigen Regeländerung von der Wettkampfleitung geschluckt wurde. Aber heuer sind bei den Duathlonbewerben nur noch Laufräder mit Speichen erlaubt. Also Laufräder mit Karbonscheiben oder 4 Speichen dürfen nicht mehr verwendet werden.

 

Das Damenrennen verlief dann recht spannend. Ich saß im Auto und habe mir die Wechsel und Windschattenkämpfe gemütlich angesehen. Allerdings habe ich gemerkt dass mit der Zeit ein stets stärker werdender Wind aufkommt. Nicht gerade aufmunternt aber ändern kann man es nicht. Auf Grund der Temperaturen habe ich mich mit Flüssigkeit versorgt um, vor allem für die ersten Runden, gut versorgt zu sein.

 

Der Start für die Herren war mit 11h anberaumt. Eine gute halbe Stunde zuvor habe ich mich umgezogen, mit Sonnencreme eingeschmiert (das war gut so!) und auf die Aufwärmrunde begeben. Diese habe ich gleich auf der offiziellen Laufrunde absolviert. Deren Start ging zunächst leicht bergab. Sehr angenehm also. Dann durch eine Siedlung und vorbei am Freizeitcenter, zwischen Feldern hindurch. Nach 1,2km dann eine leichte Steigung über eine Brücke und danach wieder zurück zu Start/Ziel. Einige wenige Abschnittte verliefen durch kühlen Schatten. Ausreichend während des späteren Rennens. Kurz vor dem Start fand dann noch eine letzte Wettkampfbesprechnung statt und kurz nach 11h fiel der Startschuss zu meinem ersten Duathlon.

 

Wie erwartet zog das Feld, das überwiegend aus Eliteläufern bestand, mit einem 3:30er Schnitt davon. Kurz war ich sogar vorletzter (mit 4:15 min/km) aber dann geschah womit ich gerechnet habe - einige sind es zu schnell angegangen. Ich dagegen habe mir Zeit gelassen. Mehr als 4:30 wollte ich nicht unbedingt laufen um mich für die Radstrecke zu schonen. Und so war ich mit meinem 4:36er Schnitt (bei entsprechender Temperatur und nach der Verkühlung) sehr zufrieden. Allerdings ist mir während des Laufes ein Mißgescick passiert. Ein Ordner hat mich darauf aufmerksam gemacht dass meine Startnummer sich auf den Rücken verschoben hat. Beim nach vor ziehen ist dann eine Lasche abgerissen. Und so musste ich in der WZ ein Loch beißen damit ich die Nummer auch an der zwieten Seite befestigen konnte. Die Gefahr sie auf der Radstrecke zu verlieren wäre sonst groß gewesen. Hat mich aber 2 min. gekostet.

 

Der Wechsel auf das Rad ist aber sonst sehr flott über die Bühne gegangen. Die Radstrecke war 33km lang und wurde in 6 Runden gefahren. Gleich nach dem Start/Ziel Bereich führte eine 15% Steigung auf die Runde. Danach ging es 500m eben dahin bevor erneut eine 1,5km lange Steigung folgte. Ab dann ging es bis kurz for dem Start/Ziel Bereich bergab oder eben dahin. Zu Beginn der zweiten Runde, bei der ersten Steigung, bekam ich einen leichten Krampf in der rechten Wade. Der wurde auf der zweiten Steigung stärker und hielt bis zur ersten Abfahrt. Ich habe dann meine Sitzposition leicht verändert und runder getreten. Damit war ich dieses Problem für die kommenden Runden los. Und ab da ging es auch von Runde zu Runde besser. Habe sogar überholen können ohne den Puls zu sehr nach oben zu treiben. Denn der zweite Laufsplit lag noch vor mir.

 

In der Wechselzone habe ich mich auf einen Krampf in der Wade vorbereitet. Aus dem Training wußte ich aber dass ein paar langsame Schritte genügen um auszulockern. Beim verlassen der WZ hatte ich aber kein Problem. Es ging ganz locker dahin. Aber es wäre zu schön gewesen um wahr zu sein wäre es dabei geblieben. Denn schon bald spürte ich eine Verhärtung im rechten inneren Oberschenkel. Und am Ende von Runde 1 hat sich da ein Problem angebahnt. Daher bin ich zum Trinken kurz stehen geblieben. Konnte das Tempo dann nur noch reduieren und bin die letzten 1,7 km mit 5:30er Schnitt gelaufen um mit 2:07h zu finishen.

 

Glücklich im Ziel muss ich ein positives Resumee ziehen. Insbesondere was das Radfahren betrifft da es mir da sehr gut gegangen ist. Und auch auf der Laufstrecke habe ich in etwa das gebracht was ich mir vorgenommen habe.

 

Am kommenden Samstag, in Obergrafendorf, werden die Karten neu gemischt. Da kommen noch 1,5km im Wasser dazu. Und zuletzt ist es mir da nicht ganz so rosig gegangen. Aber mit dem neuen Neo und meiner Wettkampfstärke sollte auch das gut über die Bühne gehen. Die Radstrecke ist etwas länger dafür eben und die 10 km sind ohnehin dann eine Frage der Befindlichkeit. Wenn alles passt sollte ich auch da eine gute Zeit laufen können.

 

 

 

25. Triathlon Obergrafendorf

Im Nachhinein ist ja bekanntlich gut lachen. Und das tue ich und tat ich auch. Aber bis zum Start hatte ich etwas die Hose bzw. den Neo voll. Ja, genau deswegen wozu ich ihn gebraucht habe - wegen dem Schwimmen. Aber "Ente" gut alles gut und so bin ich wie eine solche geschwommen, als hätte ich bisher nichts anderes gemacht. Und dabei habe ich mir auch noch ein Hoppala erlaubt. Aber lest selbst.

Zu diesem Wettkampf bin ich ohne meine Family angreist. Und das war mir diesmal ganz recht weil ich mich ganz auf mich selbst konzentrieren wollte. Und Obergrafendorf bzw. der Ebersdorfersee liegt ja nur 35 min. mit dem Auto von unserem Haus in Innermanzing entfernt. Insofern war auch die Anfahrt eine kurze und entspannte.

 

Im Gegensatz zu Ternitz konnte ich diesmal relativ kurzfristig anreisen. Der Start war um 14:00, die Startnummernausgabe bis 12:30h. Und so bin ich zu Mittag angekommen. Gerade rechtzeitig um noch einen guten Parkplatz zu finden. Habe mich aber auf dem Weg dort hin einmal verfahren.

 

Nach dem Abholen der Startunterlagen bin ich zunächst zum See gegangen. Zwei Mitglieder der Triathlon Union Obergrafendorf haben mir die Runde erklärt da noch nicht alle Bojen gesetzt waren. Und genau da habe ich eine unvollständige Information bekommen die mir dann später fast zum Verhängnis wurde. Nach diesem kurzen Ausblick auf das "Unvermeidliche" bin ich zurück zum Auto gegangen um mich und das Rad für den Check In vorzubereiten. Die Kiste für die Wechselzone hatte ich schon am Vortag fertig vorbereitet. Jetzt ging es nur noch darum die Startnummer auf das Startnummernband zu fixieren. Und schon bin ich in Richtung Wechselzone aufgebrochen.

 

Die Wechselzone selbst war nicht allzu groß, aber sehr übersichtlich angeschrieben. Beim Eingang hing auf einem Board die Platzeinteilung. So konnte ich bereits vorher sehen wo ich mein Rad parken werde. Auch die Rad- und Laufstrecke waren dort beschrieben. Aber dazu später. Der Check In verlief diesmal planmäßig. Das Rad erfüllte alle technischen Bestimmungen und so bin ich rasch durch gewesen. Auf meinem Platz angekommen habe ich mir alles in Ruhe vorbereitet und eingeprägt. 

 

Von meinen Schwimmtrainingskollegen war auch Martin gemeldet. Und es hat nicht lange gedauert bis ich ihn gefunden habe. Er stand zwei Reihen hinter mir. Es war schön ein bekanntes Gesicht zu treffen und gemeinsam durchzuchecken ob man auch nichts vergessen hatte. Bei Martin habe ich dann gesehen dass er sich einen Energyriegel auf das Rad geklebt hat und es ihm gleich getan. Gute Tips werden immer gerne aufgenommen. Gemeinsam sind wir auch mit strahlenden Augen durch die Allee von Rädern jenseits der € 4.000 gewandert.

 

Mittlerweile war es 13h und damit noch Zeit sich etwas zu entspannen. Ich habe sie genutzt um mir aus dem Auto den Neo zu holen und damit an den See zu gehen. Dort habe ich mich ins Gras gelegt und ein paar Lockerungsübungen und Atemübungen gemacht um mich innerlich einzustimmen und ruhig zu werden. Tobi hat mir noch am Tag davor ein Mail mit Tips geschickt. Ich sollte den Neopren rechtzeitig anziehen um mich daran zu gewöhnen. Das habe ich dann auch kurz vor der Wettkampfbesprechung, also etwa 30 min. vor dem Start, getan.

 

Die Wettkampfbesprechung selbst ist schneller vorbeigelaufen als gedacht. Und diesmal habe ich nicht gut aufgepasst und versäumt dass am Ende der ersten Runde 2 Bojen zu umschwimmen sind. Meine beiden Tri Freunde aus Obergrafendorf haben mir zu Beginn erklärt man würde gleich nach der ersten Boje auf die zweite Runde gehen.

 

Und dann war es also soweit, Zeit mich zum Einschwimmen zu begeben. Zuvor habe ich mir den Neo noch ganz übergezogen. Bis dahin bin ich nur bis zur Hüfte rein geschlüpft. Dann bin ich ins Wasser gegangen und habe mich, nach Tobis Anweisungen, eingeschwommen. Zunächst ein paar Brusttempi, dann ein paar technische Übungen (rechter Arm, linker Arm, Abschlag) und bin dann nahtlos ins Kraulen übergegangen. Nach ein Paar zügen war ich schon weit vom Ufer, unmittelbar vor der Brücke zum hinteren Seeteil. Ich war sehr erstaunt dass das so schnell ging. Und es ist mir gut gegangen. Ich bin dann ruhig ans Ufer gekrault und habe auf den letzten Zügen nochmals Tempo gemacht. Dann habe ich mir schon meinen Startplatz ausgesucht und mich dabei an anderen Schwimmern orientiert.

 

Ich war mir zu diesem Zeitpunkt alles andere als sicher wie es mir gehen würde. Psychologisch habe ich mir vorgenommen die ersten 200m bis zur Brücke sehr ruhig anzugehen und nach der Brück die erste Boje zu erreichen. Dann noch eine Querung und es würde wieder zurück zum Start und damit in Runde 2 gehen. Und genau so ist es dann auch gekommen. Allerdings habe ich nicht damit gerechnet dass ich auf die vor mir gestarteten Schwimmer aufschwimme und mich im Mittelfeld bewege. Man kann sich vorstellen wie das Adrenalin steigt wenn es so super läuft. Unter der Brücke war dann ein Kampfplatz. Wenn sich 200 Starter durch eine Enge von 2-3 Metern Breite zwängen ist das nicht zu vermeiden. Es hat mich aber nicht gestört oder aus der Ruhe gebracht. Und so war ich bald bei Boje 2&3 und wenige Minuten später bei der Start/Ziel Boje. Und genau dort habe ich dann einen dummen Fehler gemacht der, peinlicherweise, auch fotografisch festgehalten wurde:

 

Ich bin nach der Startboje gleich wieder in Richtung Brücke aufgebrochen. Plötzlich merke ich "Matthias allein am See". Ein kurzer Blick und - ahhhhh - da ist ja noch eine Boje. Also musste ich ein Stück zurück schwimmen. Damit war das Mittelfeld weg und ich am hinteren Ende. Hatte aber auch wieder mehr Platz und bin so die zweite Runde zügig geschwommen. Auf der letzten Länge, nach dem unterschwimmen der Brücke, habe ich dann nochmals Tempo aufgenommen und einige Schwimmer überholt. Ganz zum Schluß wurden dann die Beine nochmals kräftig eingesetzt um das Blut und damit das Gleichgewicht, zurück zu bekommen.

 

Ich bin dann gleich die 200m über die Wiese zur Wechselzone gelaufen und dort wurde die erste Zeit genommen. Knapp über 29 min. Ich konnte es nicht fassen. Und dass mit dem Fehler. Ich habe mit 35min. gerechnet. Unglaublich. Aber das schönste - ich hatte es geschaft, habe das Wasser und mich selbst besiegt. Und jetzt kam die Freude und das zweite Hoppala. Ich bin mit den Beinen nicht aus dem Neo gekommen und wollte nicht drauf steigen. Und so habe ich nicht nur Zeit sonder gesamt 20 Plätze liegen gelassen.

 

Auf der Radstrecke habe ich mich dann von Beginn an sehr wohl gefühlt. Nach einem kurzen Schluck habe ich mir gleich das Stück Riegel dass ich auf den Rahmen geklebt hatte gegönnt. Und die Radstrecke war von Beginn an toll. Es ist flott dahin gegangen. Allerdings hat die Geschwindigkeitsanzeige nicht wollen. Aber ich habe gemerkt dass es gut dahin ging und mir vorgenommen ein gleichmäßiges Tempo und da mehr über die Frequenz denn über die Kraft zu fahren. Denn einen Krampf wie in Ternitz wollte ich nicht mehr bekommen.

 

Es hat nicht lange gedauert und ich habe die ersten Fahrer überholt. Gesamt waren es um die 10. Allerdings frage ich mich heute noch wo die im Endklassement waren denn laut dem habe ich nur einen Platz gut gemacht. Und der Radsplit war der schlechteste von allen dreien. Trotzdem ist es super gelaufen und ich habe mich sehr wohl gefühlt. Am Ende der 40 km ging es dann zurück in die Wechselzone und diesmal ohne Problem. Habe mir aber die Zeit für einen letzten Schluck genommen bevor es auf die Laufstrecke ging.

 

Die habe ich dann mit 4:45er Schnitt begonnen. Das ist in der ersten Runde sehr gut gegangen, dann habe ich aber leichte Magenschmerzen bekommen und auch von Kreislauf her gemerkt dass es mir nicht so gut geht. Keine argen Probleme aber so dass ich nicht auf dem letzten Drücker gelaufen bin. Aber was ich nicht hatte - Krämpfe. Ganz locker ging es dahin mit den Beinen. Nur auf der letzten Runde war kein Gel mehr da. Ich muss es am Rad verloren haben. Und so bin ich die letzte Runde ohne Schub gelaufen. Am Ende waren es dann 2:47:15 min. und ich war zurfrieden. Vor allem weil es mir beim Schwimmen so gut gegangen ist.

 

Im Ziel hat dann Martin bereits gewartet. Er war vor mir ins Ziel gekommen. Hat seinen Vorsprung vor allem am Rad geholt. Habe ich auch erwartet. Dass uns beim Schwimmen aber nur 4 min. trennten dachte ich nicht. Nach einer kurzen Labung sind wir dann noch 10km mit dem Rad ausgefahren. Das Bad haben wir statt unter der Dusche im See genossen und dabei gleich unsere Kleidung ausgeschwämmt.

 

Der Abend hat für mich dann bei einer Geburstagsfeier mit einem herrlichen Buffet und somit einer willkommenen Kohlehydrattankstelle geendet. Und am Tag darauf hatte ich keinerlei Beschwerden. Ich war frisch wie wenn ich nichts getan hätte :-)! So, und jetzt heißt es - Wien ich komme!!!

Vienna Man Halbdistanz 2009

Das Rennen ist geschlagen. Die Innere Stärke hat über Wetter und Schweinehund gesiegt. Und das Ziel - Halbdistanz 2009 - wurde erreicht. Die Zeit die ich mir vorgenommen habe wurde aber verfehlt und so ist die Freude doch auch getrübt. Denn trotz guter Vorbereitung war das heute nicht mein Tag, ist heute vieles nicht so gelaufen wie zuletzt im Training und Obergrafendorf.

Die Wetterberichte der letzten Tage wurden von mir halbtätig beobachtet. So oft haben die Wetterfrösche in den letzten Monaten daneben gelegen. Heute haben Sie aber in allen Belangen recht behalten. Und so begann der Morgen wie vorhergesagt mit Regen und 8 Grad Lufttemperatur. Bereits am Vortag hatte ich meine Tasche gepackt und in Anbetracht des Wetters die Bekleidung für den Wechsel "Schwimmen-Rad" sowie "Rad-Laufen" in Plastiksäcke verstaut sowie mein Radschuhe abgeklebt um sie Wasserdicht zu bekommen.

 

Tagwache war um 8h. Es war die zweite Nacht in der ich 10h geschlafen hatte. Ich war also ausgeschlafen und fühlte mich wirklich fit und erstaunlich wenig nervös. Aber das hat auch mit dem Regen zu tun denn der hat nahezu jeden Plan weggeschwemmt. Zu diesem Zeitpunkt zählte nur noch durchhalten.

 

Ulli hat mich dann zum Start gebracht. Bis um 11h konnte ich die Startnummer abholen und ich wollte nicht zu lange dort sein. Wir haben im Park am Beginn der Reichsbrücke geparkt und konnten von dort, über den Fuß/Radweg trockenen Fußes den Startbereich erreichen.  Viele Triathleten hatten sich unterhalb der Autobrücke (Ausfahrt auf die Insel) eingerichtet und das tat ich auch.

 

Während Ulli Rad und Tasche bewachte habe ich mir die Startnummer und mein Leibchen geholt. Zurück gekommen wurden die Nummern auf Helm und Rad befestitgt und dann bin ich gleich in den Neo geschlüpft. Ich wollte das im Trockenen machen. Das Trikot hatte ich bereits an. Über den Neo habe ich mir dann Jacke und Regenhose gezogen. Die Socken hatte ich natürlich auch noch an. So bin ich zum Check In und in die Wechelszone gegangen. Mit Startnummer 8 hatte ich einen Platz in Reihe 1 zusammen mit den besten Triathleten.

 

Es regnete immer noch und so war ich über meine Vorarbeit froh. Nach dem platzieren des Rades habe ich eine Plastikplane aufgelegt und darauf die Tasche gestellt. Die war in einem Ikeasack (die Idee hatten einige :-) ). Vor und auf der Tasche habe ich die Säcke für die Wechsel platziert und lediglich Helm und Startnummer dem Regen ausgesetzt. Allerdings hatte ich trotz gründlicher Vorbereitung doch noch einiges vergessen. Aber dazu später.

 

Nach dem Check In bin ich zu Ulli um mich zu verabschieden. Wir hatten vereinbart dass sie mit den Kindern erst zu Beginn des Laufsplits kommt weil es bei diesem Wetter für die Zuseher kaum zumutbar ist längere Zeit auszuhalten. Ich bin dann noch ein wenig auf und ab gegangen. Um 11:30 war dann Wettkampfbesprechung in der Wechselzone. Unmittelbar danach bin ich aus Regenhose, Jacke und Schuhen geschlüpft um mich für den Start im Wasser vorzubereiten.

 

Ich hatte noch gut 20 min. bis zum Start. Die Wassertemperatur von 19 Grad lag deutlich über der Lufttemperatur und sollte eigentlich ein "Badewannengefühl" vermitteln. Aber bei einer Lufttemperatur von unter 10 Grad ist der ganze Körper ausgekühlt und da wärmen dann 19 Grad auch nicht mehr. Aber, es war zumindest angenehmer mit nackten Beinen im Wasser zu stehen als auf dem kalten Boden. Und so bin ich dann flott eingetaucht um mich gut einzuschwimmen und halbwegs "warm" zu bleiben bzw. zu werden.

 

Durch den Triathlon in Obergrafendorf habe ich die Nervosität vor dem Wasser verloren. Ich war selbstsicher und wusste dass ich nichts zu befürchten hatte. So bin ich wie vor drei Wochen in Ruhe mit Brust- und Technikzügen eingeschwommen und dann ins Kraulen übergegangen. Den Schwimmbewerb hatte ich mir ja schon im Vorjahr angesehen. Im Vergleich zu damals war, nicht nur des Wetters wegen, doch einiges anders. Das Floß neben dem gestartet wurde war weg und zudem gab es keinen Vier- sondern einen Dreieckskurs. Die Startlinie war eigentlich die Brücke (Zusehersteg über die Neue Donau) selbst. Bei 250 Startern ist diese entsprechend breit gestreut und so war es nicht unwesentlich wo man sich befand. Ich selbst habe mich links aussen, in direkter Linie zur ersten Boje platziert um keinen Meter zu verschenken. Es war dies die kürzeste Linie für die erste Teilstrecke im Wasser. Links und rechts neben mir zitterten einige bedenklich und die Zuseher über mir waren dich eingemummt. Ob sie uns bewundert haben oder über uns wunderten - ich denke beides zugleich.

 

Mit dem Startschuß war aber alles vergessen. Wie vorgenommen habe ich mich diesmal mitten ins Getümmel begeben und bin mit der Meute geschwommen. Und es ging mir von Beginn an gut. Allerdings war das Drängen fast schlimmer als in Obergrafendorf. Dort war es auf Grund der Enge unvermeidlich, hier dachte ich gibt es doch mehr Platz. Den musste ich mir allerdings erst erschwimmen. Hier bin ich vielleicht ein wenig zu spät ins Ziehen gekommen. Was aber viel wichtiger war - ich bin die gesamte Länge von gut 400m direkt auf die Boje zugeschwommen und habe, auch im späteren Verlauf, keinen Meter hergeschenkt. Und das war Teil der letzten Schwimmeinheiten. Also ein riesen Gutpunkt für Tobi der dies mit uns geübt hat und uns dabei teilweise mit geschlossenen Augen schwimmen ließ.

 

Nach den ersten beiden Bojen ging es zurück zur Startboje und in die zweite Runde. Obwohl es mir grundsätzlich gut ging habe ich gemerkt dass es nicht so läuft wie in Obergrafendorf. Der Zug hat einfach gefehlt. Habe es immer wieder probiert und möglicherweise war die zweite Runde auch die bessere. Ich bin in jedem Fall nach 42 Minuten aus dem Wasser gestiegen. Vorgenommen hatte ich mir 35 Minuten und mit +3 min. wäre ich noch zufrieden gewesen. Damit wäre ich untern den ersten 100 gewesen aber auch so war meine Platzierung nicht so schlechte denn gut 50 Teilnehmer lagen noch hinter mir. Hier ist mit wenig Aufwand doch noch einiges drin.

 

Vom Schwimmausstieg ging es die Stufen hinauf zum Leuchtturm und in die Wechselzone. Auf Grund des Wetters und des Interviews mit dem Sieger der voran gegangenen Sprintdistanz habe ich mich schon während des Schwimmens entschlossen die lange Radhose anzuziehen. Wäre dann nicht notwendig gewesen aber dass war zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar. Dadurch, das habe ich aber bewußt in Kauf genommen, ging doch einige Zeit verloren. Gesamt dauerte der Wechsel 8 min. also gut 7 min . länger als normal. Ich lag da trotzdem fast im Schnitt denn die Entscheidung wärmeres anzuziehen hat ein Großteil des Feldes abenfalls getroffen. Und zieht man die Zeit ab die ich für die Suche nach meiner Brille und die fast vergessenen Trinkflaschen verbraucht habe (schlechte Vorbereitung!!!) so wäre ich genau dort gelegen.

 

Vom Schwimmen ging es dann auf's Rad. Und da war auf einmal nichts mehr wie geplant oder erwartet. Sei es durch die Kälte weil die Muskel einfach zu steif waren oder aus anderen Gründen wie etwas dass das Schwimmen mehr Substanz gekostet hat weil der Körper ja Energie verbraucht um auf Betriebstemperatur zu bleiben was im heutigen Fall "aufwärmen" bedeutet hat. Wie auch immer - ich konnte von Beginn weg die Standardübersetzung nicht fahren. Und dann habe ich auch noch gemerkt dass ich meinen Tacho nicht montiert hatte. Ärgerlich aber ich habe auch so gemerkt dass ich zu langsam unterwegs bin. Nur, es ging einfach nicht. Ein Gang höher und ich hätte mit viel Kraft agieren müssen und mir war klar dass ich das über 90km nicht schaffe.

 

Aus dem Training habe ich aber gewußt dass man ein wenig Geschwindikeit bei niedrigier Übersetzung durch einen höhere Trittfrequenz kompensieren kann. Und so habe ich mich für zweiteres entschlossen. Und da bin ich dann sehr gleichmäßig gefahren denn Runde 1+2 waren auf die 100stel ident (47:09,7 min.). Vorgenommen hatte ich mir 44-45min./Runde, also einen Schnitt von 30 km/h. Und den hätte ich unter normalen Umständen locker schaffen müssen denn heute war "kein" Wind!! Umso ärgerlicher der Umstand dass ich nicht das treten konnte was bis zuletzt im Training so gut geklappt hat. Und zudem habe ich mit Beginn der zweiten Runde meine Kreuzschmerzen wieder bekommen di e im Verlauf des Rennens zugenommen haben. Trotzdem bin ich in Runde 3 die schnellste Runde gefahren und lag mit 46 min. nur knapp über der Zeit die ich mir generell vorgenommen hatte. In der 4. Runde musste ich den Schmerzen aber Tribut zollen und teilweise aufrecht fahren. Das hat Zeit gekostet und war mit 49:26 min. die langsamste Rundenzeit.

 

So bin ich bereits mit erheblichem Zeitrückstand in die Wechselzone gekommen. Der Wechsel von Rad auf Lauf ist dann in der halben Zeit über die Bühne gegangen. Habe mir alles vom Leib gerissen und einfach auf die Tasche geschmiessen, die Schuhe angezogen, Gels eingesteckt und bin los gelaufen. Die ersten Schritte gingen noch gut - Tempo lag knapp unter 5 min./km aber es dauerte nicht lang und da kamen die, wie schon in Ternitz, befürchteten Krampfanzeichen im Oberschenkel vom Knie ausgehend. Habe ich auch schon am Rad gemerkt aber gehofft diese, wie schon im Training, beim Lauf nicht mehr zu spühren. Und so musste ich das Tempo drosseln und bin um 5:30 min/km weiter gelaufen. Es war ein Rundkurs von 4km (Reichsbrücke-Nordbrücke-Reichsbrücke). Bei km 3 wurden die Beschwerden dann wirklich ernsthaft und kurz vor KM 4 habe ich bei Ulli stehen bleiben müssen.

 

Karin, meine Trainerin, war auch gleich bei mir. Dehen half nichts denn da kamm sofort ein Gegenzug im hinteren Oberschenkel. Karin hat mir geraten in paar lockere Schritte zu gehen und dann nochmals vorsichtig in einen Trab überzugehen und von da ins Laufen zu kommen. Das hat dann auch funktioniert. Kurz nach der erneuten Wende bei KM 6 war dann Karins Mann Jürgen, ein sehr erfahrener Triathlet, bei mir. Ich muß sagen, dass war für mich einfach super. Schon dass Karin mit ihrer Family bei dem Wetter gekommen ist - ist ja ein reines Privatvergnügen - aber dass sie mich dann noch so unterstützten zeigt dass hier die Freude am Sport, die Chemie zwischen Sportler und Trainierin, einfach stimmt. Und Jürgen hat das getan was auch ich in so einer Situation tun würde - er hat mich moralisch unterstützt. Und auf den 2km zu Start/Ziel hat er mir zwei Varianten mit auf den Weg gegeben. Aufgeben-schnell regenerieren und in Linz starten (und ärgern wegen des Aufgebens) oder durchlaufen und über die Zeit ärgern.

 

Nun, Aufgeben - das ist ein Fremdwort. Und da Linz zeitlich ohnehin nicht geht war das gleich ein zusätzlicher Grund die Variante "durchlaufen" zu wählen. So bin ich bei Ulli, den Kids, Karin und Karin (zweitere ist eine sehr gute Freundin und Mutter meines Patenkindes) vorbeigekommen und habe ihnen zugerufen dass ich versuche durchzulaufen. Ulli hat nichts anderes erwartet. Sie war geschockt dass ich stehen geblieben bin denn sie weiß - ausser mit echten, gesundheitsgefährdenden Beschwerden - ich würde nie aufstecken. Wenn ich ein Ziel habe will ich es erreichen. Und das minimalste Ziel bei einem Rennen ist finishen.

 

Die Krämpfe kamen immer wieder. Jedes Mal wenn ich versucht habe einen längeren Schritt zu laufen wurde es knapp. Und so bin ich das mit Abstand langsamste Rennen gelaufen. 9.10km/h Laufgeschwindigkeit laufe ich sonst nur zur Regeneration. Aber irgendwie war es dass dann auch. In der vorletzen Runde hat sich dann ein Mithörer meines Schicksals zu mir gesellt. Es war seine letzte Runde die er gemeinsam mit mir lief. Wir haben uns unterhalten und er hat mir damit meine vorletzte Runde verkürzt. Und dann ging ich in die letzte Runde. Die würde man im schlimmsten Fall auch zu Fuß gehen. War aber nicht nötig. Auf den letzten beiden KM habe ich dann einen etwas flotteren Schritt gefunden und bin lockeren Fußes ins Ziel gelaufen.

 

Ich habe mich selbst und meinen Schweinehund besiegt. Weil ich unter diesen Wetterbedingungen überhaupt an den Start gegangen bin (gut 150 Start taten dies nicht, teils weil sie auch in Klagenfurt start und sich nicht verkühlen wollten und das ist verständlich) und weil ich trotz Krämpfen und einer bereits verlorenen Zeit am Beginn der 20 km Laufstrecke nicht aufgegeben habe und durchgelaufen bin. Trotzdem bin ich nicht zufrieden und kann mich nur zum Teil freuen. Aber es würde mir viel schlechter gehen wenn ich das Rennen nicht beendet hätte. So habe ich viel an Erfahrung gewonnen und die Sicherheit dass ich eine Halbdistanz ohne Problem finishen kann. Und das habe ich vor kurzem ja noch bezweifelt. Kopfsache - nichts anderes, aber dazu ein ander Mal.

 

Ergebnis und Zeiten im Detail