Mein nächster und für 2010 wichtigster Wettkampf ist also am 7. Jänner Vormittag. Je nach Ausgang der OP wird sich der weitere Verlauf für mein Training selbst ergeben. Jetzt gilt es für mich, mich selbst physisch wie psychisch auf diesen Termin vorzubreiten. Und aus diesem Grund bin ich heute nach 3-wöchiger Pause wieder ins Training eingestiegen.
Die Pause habe ich mir selbst zur erneuten Behandlung der Achillessehne verpasst. In dieser Zeit habe ich zwei Wochen Tabletten gegen die Entzündung genommen und noch eine Sicherheitswoche angehängt. Auf Anraten von Verena & Co. habe ich auch noch Geleinlagen zur Erhöhung und Schonung von Ferse und Achillessehne gekauft. Allerdings war ich von der Kompetenz der Mitarbeiter beim Bständig Sport in Wien entäuscht. Denn auf meine Anfrage konnten sie mir nicht gleich das richtige Produkt herausfinden. Das musste ich dann selbst machen.
In erster Linie geht es in der Vorbereitung vorab darum den Stoffwechsel wieder anzukurbeln damit Regeneration und Heilung nach der OP rasch verlaufen. Aber auch darum nicht noch mehr Zeit zu verlieren und den Schwung der Anfangsphase in den Jänner 2010 mitnehmen zu können. Achten muss ich vor allem auf den Leistenbruch was aber ohnehin in diesem Prozess kein Problem ist da die ersten Läufe locker von statten gehen um Bindegewebe und Sehnen erneut an die Beanspruchung zu gewöhnen.
Und so habe ich heute einen lockeren 45 minütigen Dauerlauf mit einer HF von 135 absolviert. Die Erhöhung der Ferse durch die Gel-Einlagen habe ich deutlich gespührt, aber nicht als unangehm oder stöhrend empfunden. Es war ein lockerer, leichter Lauf bei dem ich mich sehr wohl gefühlt habe. Und der leicht einetzende Schneefall hat das seine dazu getan dass es ein schönes Lauferlebnis wurde.
In den letzten Wochen habe ich den Sport sehr vermisst und insofern bin ich froh dass es wieder los geht. Allerdings habe ich gelernt dass es wichtig ist auch einmal los zu lassen und sich und seinem Körper Zeit zu geben wenn es notwendig ist. Mit Gewalt gegen Wiederstände, welcher Art auch immer, weiter zu trainieren bringt wenig. Auch auf die Gefahr hin etwas zu verlieren - letztlich kommt man - nud da bin ich sicher - rascher und besser voran als würde man mit Brachialgewalt weiter trainieren. Die Geschichte des Triathleten Andreas Niederlich die ich im letzten Jahr gelesen habe, hat mir diese Erkenntnis nur allzu deutlich vor Augen geführt.
Ich vergleiche das mit einem im Matsch oder Schnee festgefahrenen Auto. Die einen geben Vollgas wobei sich das Auto immer fester in den Boden frist und letztlich gar nichts mehr geht. Die anderen gehen vom Gas, schieben zurück, suchen einen neuen Anlauf in einer neuen Spur und fahren sanft an. Trotz Zeitverlust erreichen Sie ihr Ziel rascher und mit weniger Abrieb als die Anderen. Zugegeben - ich habe Angst Terrain zu verlieren und habe natürlich von der Form die ich im Mai hatte viel abgegeben. Aber der Körper speichert mehr als wir denken und ich bin sicher dass ich das Ziel Marathon sub 3:30 heuer noch erreichen kann. Und wie ich heute gesehen habe ist es gar nicht so schlimm!
Kommende Woche werde ich auch das Schwimmtraining wieder aufnehmen und wenn es geht die eine oder andere Einheit am Ergometer absolvieren. Nur das Krafttraining werde ich vorab lassen. Nach der OP hoffe ich auf eine von der KK bezahlte Physiotherapie zum schonenden Aufbau, insbesondere der Rumpfmuskulatur. Wie es dann wirklich weiter geht werde ich nach dem 7.1. entscheiden.